Hundeschule als gesellschaftlich erwartete Zwangsveranstaltung

„Ja klar, war ich dann im Welpenkurs, weil das ja fast schon ein perverser Zwang ist heutzutage. Zwei Mal, dann hatte ich keinen Bock mehr“. Die neue Kundin hat einen mittlerweile erwachsenen Terrier an der Leine, der tut was Terrier so tun und eigentlich keinen Bock auf Training, aber noch weniger Bock darauf, dass Klischee der älteren Person mit unerzogenem Hund zu erfüllen. Also „lasse ich hier nochmal die Hosen runter und gebe zu, dass ich unzulänglich bin“.
Der Termin hat mich ganz schön nachdenklich gemacht. Da kauft sich jemand einen Welpen weil man einen Hund haben möchte und geht auf gesellschaftlichen Druck zur Hundeschule obwohl man keinen Bock hat. Seit wann gibt es denn eine Hundeschulpflicht? Warum kann man Leute, die keinen Bock haben und keinen Bedarf sehen nicht in Ruhe lassen?
Diese Person hat jetzt das Bild aufgrund persönlicher Unzulänglichkeit „alles vermurkst“ zu haben und niemand hat ihr jemals gesagt, dass ein Terrierrüde auch eigene Ideen entwickelt und sich deshalb an der Leine benimmt wie ein Arsch- stattdessen Vorwürfe und Druck, Dinge zu tun die man nicht möchte.
Mal ganz grundsätzlich sollten wir alle darüber nachdenken, ob es nicht völlig okay ist, sich einen Hund zum Vergnügen zu kaufen und auf pädagogische Angebote zurückzugreifen, wenn sie für die Person subjektiv sinnvoll sind und diese eben nicht zur gesellschaftlichen Verpflichtung zu erklären. Viele Jahre sind Menschen auch ohne Hundeschule glücklich geworden und ich bin sicher dass viele das auch heute werden.
In diesem Sinne- ich freue mich auch über Kund*innen ohne Hundeschulkarriere ![]()
Das Foto hat @maryknipstdogs gemacht



